FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 32/04 vom 04.08.2004

Manche Sendungen kannst du im öffentlich-rechtlichen Rundfunk einfach nicht richtig machen. "Tat-Sachen" (Di, 21.05, ORF 2) ist so eine. In einem Format, in dem es um Mord und Totschlag, Horror und Wahnsinn geht, kannst du nicht mit öden Einspielungen und faden Interviews einen auf "Aktenzeichen XY" statt auf "Das Schweigen der Lämmer" machen. Bei der Nacherzählung von Mordsgeschichten wollen die Leute harten Trash, coole Profiler und schaurige Bilder, ein bisschen Mysterium sehen wie im schön niveaulosen Klassiker dieses Genres mit dem klasse Namen "Autopsie" - der läuft auch nur auf den Privatsendern. Wirklich mysteriös an "Tat-Sachen" ist nur, warum gerade Peter Resetarits sich dieses Format antut und warum das Ganze nicht nach seinem "Schauplatz Gericht" ausschaut. Resetarits gehört zu den besten und fleißigsten Magazinmachern des ORF, mit seinen spannenden und berührenden Gerichtsreportagen, der Vermisstensendung "Spurlos" oder der Volksanwalt-Sendung hat der Journalist mehr als genug zu tun. Und für so was wie "Tat-Sachen" fehlen Österreich die richtigen Zutaten: In diesem Land müssen sich viele Frauen noch immer mehr vorm Ehemann als vorm serial killer fürchten.


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