Die Eierachse

Stadtleben | TEX RUBINOWITZ | aus FALTER 32/04 vom 04.08.2004

SOMMERSERIE Wer Eierfan ist, sich noch an Falco erinnert und ein schönes Bild innerer Einkehr sucht, geht abends auf den Naschmarkt-Parkplatz. 

Ich interessiere mich für Eier. Ich steh dazu, ich sage Ja zu Eiern, hab ja sonst keine Hobbys. Kein Auto, keine Kinder, keine Tiere, aber ein gesundes Interesse an Eiern. An der rechten Wienzeile gab es mal ein chinesisches Kaufhaus, das bot tausendjährige Enteneier an, in Lehm eingepackte, das Weiße zu Aspik geliert, das Gelbe schwarz wie die Nacht, einmal pro Woche pfiff ich mir eins rein, ich brauchte das. Ein Lebensmittelaufsichtsmensch erzählte mir auch mal von chinesischen Flüsterkneipen, die in ihren Hinterstübchen bebrütete Eier anbieten, also schon mit einem kleinen Fötus versehene, die würden beim Reinbeißen knacken wegen der kleinen Knöchelchen. In diese Hinterstübchen drang ich jedoch leider nie vor. Natürlich besitze ich, wie jeder Eierfan, einen Hex-Egger, dies kleine Gerätchen, mit dem man viereckige Eier machen kann,


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