Bäck in good ol' Austria

Vorwort | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 33/04 vom 11.08.2004

KOMMENTAR Folge 237 einer unendlichen Serie: Wir und die Welt - aus der Sicht eines gerade noch bestens erholten Urlaubers. 

Zugegeben: Wer von einem vierwöchigen Urlaub zurückkommt, hat keinerlei Anspruch auf Larmoyanz. Dennoch bleibt es eine Tatsache: Heimkommen kann ganz schön hart sein. Und je effektiver man sich in den Ferien entspannt hat, umso härter trifft es einen. Nach rund etwa zwei Wochen beginnt sich bei Menschen meines Alters langsam der so genannte Erholungseffekt einzustellen: Man kann länger als bis halb acht schlafen; die Verdauung hat sich an die fremdländische Küche adaptiert; man kommt ohne österreichische Zeitungen aus (okay, das geht unterm Jahr eigentlich auch ganz gut). Mit anderen Worten: Die Reflexe des gelernten Österreichers werden matter, man suhlt sich in der imaginären Staatenlosigkeit des Auslandsurlaubers, weidet sich an der Hilflosigkeit der Opposition in anderen Ländern (Großbritannien.)

Es ist aber nun keineswegs so, dass österreichischen Zeitungen nur Unerfreuliches zu entnehmen wäre. Den in seiner Schlichtheit und seinem sanften, gleichwohl suggestiven Groove schönsten Satz las ich vergangenen Samstag auf dem Titelblatt der Kleinen Zeitung. Er hatte es nicht ganz zur Schlagzeile gebracht (die blieb der unschön unrunden Doppelpunkt-Synthese "Ruhr: Steirer erleben Ferienhorror in Türkei" vorbehalten), immerhin aber auf Platz zwei: "Westenthaler ist weg."


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