KLIMAFORSCHER MOJIB LATIF

"Heiß wie seit 1000 Jahren nicht mehr"

Politik | aus FALTER 33/04 vom 11.08.2004

Mojib Latif, Meteorologe am Leibniz Institut für Meereswissenschaften, erforscht seit 1985 Wetterphänomene und Klimawandel. Der Wissenschaftler zählt zu den anerkanntesten Experten in Sachen Klimaveränderung. Er hat mit seinem Forscherteam maßgeblich zur Erforschung des Wetterphänomens El Niño beigetragen, das mit Hurrikans und Sturmfluten regelmäßig ganze Landstriche verwüstet.

Falter: Vorigen Sommer galt die Hitzewelle als Beweis für eine Heißzeit, dieses Jahr wurde der kühle Sommerbeginn als Indiz für eine drohende Eiszeit genannt. Was stimmt?

Latif: Man darf nie aus einzelnen Ereignissen langfristige Trends ablesen. Es war falsch, aus dem letzten Sommer zu schließen, dass die globale Erderwärmung voranschreitet, und es ist falsch, aus diesem Sommer zu schließen, dass die Erde abkühlt. Wenn wir aber die vergangenen hundert Jahre betrachten, zeigt sich ganz klar eine Erwärmung der Erde. Deswegen glauben wir Wissenschaftler, dass der Einfluss des Menschen auf das Klima


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