Ururenkel von Frankenstein

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 33/04 vom 11.08.2004

FERNSEHEN Durchschnittsbürger lassen sich vor laufenden Kameras generalüberholen. Foucaults Biomacht hat auch in den Medien endgültig gesiegt. 

Zum ersten Mal seit drei Monaten schaut Kelly Alemi in den Spiegel. Sie fängt an zu heulen. "Is that me?", quiekt sie. Kein Wunder, dass sich die Stewardess aus Baltimore nicht sicher ist. Als sie sich das letzte Mal sah, war die 28-Jährige eine nette Brünette. Nun erinnert sie an einen Transvestiten, der als Pamela Anderson geht. In der Zwischenzeit hat sie sich die Augenbrauen liften, die Tränensäcke wegschneiden, den Busen aufs Doppelte vergrößern, Fett an Hüften und Fesseln absaugen lassen. Ihre Lippen wurden auf-, die Zornesfalte zwischen den Augen weggespritzt. Ihr Zähne wurden gebleicht, einige außerdem mit Porzellanplättchen verkleidet; die obersten Schichten ihrer Haut abgetragen; Körperhaare mit Laser verödet.

  Und das alles vor laufenden Kameras.

  Kelly Alemi war das erste "hässliche Entlein", das im Frühling auf


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