FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 33/04 vom 11.08.2004

Immer, wenn ich Thomas Gottschalk sehe, frage ich mich, was er für ein Problem hat. So penetrant, wie der "Wetten dass"-Onkel ist, muss sein Problem groß sein. Ob er Jennifer Lopez auf den Hintern gafft, die Hände nicht mehr von allen weiblichen Gästen unter sechzig lassen kann oder versucht, mit dem Unsympahtler Götz George einen peinlichen intellektuellen Diskurs auf der Wettcouch zu führen - Gottschalk nervt. Passend dass er jetzt auch mit "Gottschalk in Salzburg" die fade Salzburger Society und Festspielgemeinde genervt hat. In diesem Late-Night-Format wollte Gottschalk vormachen, wie amüsant-geistreich "Kultur meets Unterhaltung" sein kann. Schaffte er natürlich nicht, als er mit Barbara Wussow oder Marianne Sayn-Wittgenstein über den Mikrokosmos der Salzburger Festspiele quatschte. Das Ganze war ein einziges Hochkultur-ist-supi-und-sogar-ich-einfacher-Kerl-geh-mal-ins-Theater-kommt-doch-auch-hin!-Gewäsch. So was haben die Festspiele echt nicht nötig. Was mich wieder zu Gottschalks Problem zurückführt. Wahrscheinlich ist er einfach nur ein Mann, der Angst vorm alt werden hat, sich die Haare zu blond färbt, zu viel Geld und zu wenig Würde hat. Jetzt habe ich Mitgefühl mit Thomas Gottschalk.


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