Venus im Öl

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 33/04 vom 11.08.2004

BIOGRAFIE Männerschwarm und Muse, Alkoholikerin und Antisemitin: Alma Mahler war noch schlimmer als ihr Ruf. Zu diesem Ergebnis kommen neue Biografien über sie und ihre Tochter Anna, die heuer hundert Jahre alt geworden wäre. 

Wozu schlafen, wozu wachen. Ob man nun säuft, frisst, vögelt oder krampfig-asketisch Werke-Werte schafft, alles ist gleich." Diese düsteren Gedanken vertraut Alma Mahler am 16.4.1939 im Pariser Exil ihrem Tagebuch an. Ihre Ehe mit dem jüdischen Schriftsteller Franz Werfel ist zerrüttet ("die Rassenfremdheit ist unüberbrückbar"). Aber obwohl Adolf Hitler der sechzigjährigen Wiener Salonlöwin als "Genie an der Spitze eines großen Volkes" erscheint und sie dem Diktator und Bruckner-Fan gerne die Partitur von dessen dritter Sinfonie verhökern möchte, entschied sie sich zur Emigration. Die Josef-Hofmann-Villa auf der Hohen Warte, das Haus in Venedig, der geliebte Priester Johannes Hollnsteiner, das alles lässt sie zurück und folgt dem Bestsellerautor


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