Die Lehren des Saint Juan

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 33/04 vom 11.08.2004

LITERATUR In seinem jüngsten Buch schickt Peter Handke Don Juan als Erzähler vor - der allerdings verdächtig nach Peter Handke klingt. 

Don Juan, der Verführer; Don Juan, der Vollstrecker; Don Juan, der Verweigerer; Don Juan, der Verbrecher; Don Juan, der Versteher; Don Juan, der Versager ... Eine endliche, aber doch erkleckliche Reihe gegensätzlicher Variationen hat der Mythos des Frauenhelden schon durchgemacht; ihnen gemeinsam ist nur eines: Der wahre Don Juan blieb bislang verfehlt. "Das waren allesamt die falschen Don Juans - auch der von Molière; auch der von Mozart."

  Starke Worte, die der Erzähler in Peter Handkes jüngstem Buch "Don Juan (erzählt von ihm selbst)" findet; um dann mit einer etwas abgeschmackten Rimbaud-Paraphrase ("Don Juan ist ein anderer") und einer penetrant paradoxen Schlusspointe zu enden: "Don Juans Geschichte kann kein Ende haben, und das ist, sage und schreibe, die endgültige und wahre Geschichte Don Juans."

  Immerhin: Bei allem Anspruch auf


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