Meister des Augenblicks

Kultur | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 33/04 vom 11.08.2004

HENRI CARTIER-BRESSON (1908-2004) Am Dienstag vergangener Woche starb der wichtigste Momentaufnehmer des 20. Jahrhunderts. 

Über Fotografie gibt es nichts zu sagen, man muss einfach hinsehen." Fast so legendär wie seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind die Sätze, mit denen Henri Cartier-Bresson seine Kunst auf den Punkt brachte. "Letztendlich interessiert mich das Foto selbst überhaupt nicht. Das Einzige, was ich will, ist, einen Sekundenbruchteil der Wirklichkeit festzuhalten."

  In seinen letzten dreißig Lebensjahren hat Henri Cartier-Bresson kaum noch fotografiert, er hat gezeichnet und aquarelliert und damit dort weitergemacht, wo er als Zwanzigjähriger aufgehört hatte. Die knapp vierzig Jahre dazwischen war der Franzose Fotograf, oder besser: der Fotograf des 20. Jahrhunderts. Kein anderer hatte so oft den Finger im richtigen Moment am Auslöser wie er. Seine treue Gefährtin bei der Jagd nach dem entscheidenden Augenblick war eine Leica. Die legendäre Kleinbildkamera begleitete


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