KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 33/04 vom 11.08.2004

Es war um 1965 herum, als die ersten bunten Matronen von Niki de Saint Phalle entstanden. In der Ausstellung "Die Geburt der Nanas" im KunstHausWien (bis 26.9.) ist zwar keine Ur-Nana zu sehen, dafür zeigt man dort etliche frühe Plastiken, Gemälde und Materialbilder der 2002 verstorbenen Französin. Als Exmodel und Mutter wählte de Saint Phalle Mitte der Fünfzigerjahre die Kunst zur Selbsttherapie - und das auf durchaus unlarmoyante Weise: Aus Protest gegen das Patriarchat schoss die Lebensgefährtin von Jean Tinguely auf ihre frühen Assemblagen und brachte dadurch Farbbeutel zum Platzen, die sie zuvor in die Gipsreliefs eingearbeitet hatte. Die Ausstellung präsentiert ihren Arbeitsoverall, ihr Gewehr und einige der beschossenen, vom Ergebnis her wenig aufregenden Kunstwerke. Die "Nana" stellt eindeutig die beste Schöpfung der Künstlerin dar. Zu entdecken sind einige der ersten Figuren, die zu Beginn noch aus Wolle, Draht und Pappmaché bestanden. Wie frühzeitliche Plastiken wirken


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