TIER DER WOCHE

Eulenspiegel

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 33/04 vom 11.08.2004

Wer hat die Eule nach Athen getragen?", fragt der griechische Dichter Aristophanes in der Gesellschaftssatire "Die Vögel". Athen war damals bekannt für seinen Reichtum, und die Wappenvögel der Stadt, Steinkäuze, waren auf alle Münzen geprägt. Wer also seine Münzen, die so genannten Eulen, in Athen ließ, tat etwas eher Unnötiges, nämlich Geld an einem Ort abliefern, wo es davon bereits genug gab.

  Offenbar scheint diese Redensart den Künstler Ottmar Hörl inspiriert zu haben, der für die Olympischen Spiele in Athen 10.200 Kunststoffeulen zu einer Bodenskulptur formieren wird. Ein 4000 Quadratmeter großer "Eulenhain" soll entstehen, der "in Form und Farbgebung die fünf olympischen Ringe in Quadrate verwandelt". Bloß wozu? Hörl im O-Ton: "Ich will (...) etwas Bekanntes auf unbekannte Art inszenieren und damit einen kreativen Prozess schaffen." Gähn. Offenbar eine Idée fixe des Kunstprofessors, denn mit diesem Konzept hat er schon Nürnberg mit Dürerhasen und Bayreuth mit


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