Kommentar

Deutsch ist dufte!

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 34/04 vom 18.08.2004

Was hat das Sommerloch mit anderen Löchern wie zum Beispiel dem Loch Ness gemeinsam? Beiden entsteigen Ungeheuer, von denen jeder, der bei Sinnen ist, weiß, dass es sie gar nicht gibt. Vom österreichischen Bundeskanzler ab-, auf- und seitwärts wird jetzt gerne behauptet, bei der kurrenten orthografischen Aufregung handle es sich um eine Sommerlochdebatte. Soll heißen: Weil nix los und vielen daher fad im Schädel ist, müssen wir wieder mal was von den Piefkes importieren. So, als gäbe es die Scheidung im Hause Ambros, die Olympischen Spiele und die ganze blutige Weltgeschichte nicht.

Nein, nein, die Rechtschreibreformrücknahmedebatte darf man schon führen, und gewiss ließe sich das auch mit Esprit, Eleganz und Ehrlichkeit erledigen. Scheint aber schwierig zu sein. Robert Menasse zum Beispiel behauptet: "Ich schreibe und spreche Deutsch." Das lassen wir mal so stehen. Christian Ide Hintze hingegen, der kein Schriftsteller und Dichter, sondern ein Poet und Schulleiter ist, behauptet


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