Wunderliches Wesen

Stadtleben | WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 34/04 vom 18.08.2004

STADTERKUNDUNG In der Hermesvilla ist derzeit die Ausstellung "Magische Orte" zu sehen. Wie sind jene Plätze beschaffen, an denen sich vor Urzeiten Sagen und Mythen ereignet haben sollen? Eine Nachschau vom Zentrum bis an die Peripherie. 

Er residiert wohl unter der berühmtesten Adresse Wiens: Stephansdom 1, gleich beim Riesentor. Man darf ihn Herr Marco nennen, er ist 48 Jahre alt, ein stoischer Geselle, den man um drei Uhr nachts aufrütteln könnte, und er würde freundlich Auskunft geben. Er sitzt hinter einem Pult, über die Brillenränder hinweg sieht er einen an. Listen mit Telefonnummern und ein Kreuzworträtsel hat er vor sich liegen. "Ja, bitte?", das sagt Herr Marco ziemlich oft am Tag, arbeitstechnisch gesehen ist er eine multiple Persönlichkeit: Seit 15 Jahren ist der gelernte Zahntechniker Dom-Aufseher, er lotst die Urlauber durch den Dom, er weiß so ziemlich über jeden Stein von Sankt Stephan Bescheid. Er leitet sein Ressort mit Souveränität, Zuvorkommenheit und Geduld.


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