Schwammerl drüber

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 34/04 vom 18.08.2004

PILZE Wenn Sie heuer im Wald keine Schwammerln finden, war schon vor Ihnen wer da. 

Herrenpilz, Parasol, Brätling, Birkenpilz oder Boviste: Die Schwammerlsaison hat auch in den Wäldern vor Wien begonnen. Spaziergänger bringen bereits von ihren Stadtrandwanderungen die Hauptzutat für Pilzgerichte mit. Oder bleiben lieber ehrfurchtsvoll vor möglicherweise ungenießbaren Schwammerln stehen. Und das ist auch ganz ratsam, denn viele Pilze in freier Wildbahn sind extrem giftig, sehr viele einfach nur ungenießbar. Und einige sind einfach zu gut, um sie anderen zu überlassen. In Österreich sind rund hundert genießbare und 200 giftige Pilze bekannt. Wer sich nicht ganz sicher ist, kann Experten die Entscheidung überlassen. In allen Marktämtern Wiens werden Pilzbegutachtungen durchgeführt, immerhin zehn Prozent der vorgelegten Pilze sind giftig oder zumindest ungenießbar. Der kleine Nervenkitzel bleibt nach so einer Begutachtung zwar aus, aber dafür können sich Schwammerlsucher sicher sein, wirklich Eierschwammerl und Co auf dem Teller zu haben.

Und falls wer heuer keine Eierschwammerln finden sollte, dann liegt das womöglich an einem Suchertrio, das die Gendarmerie vergangenes Wochenende in Kärnten aus dem Verkehr gezogen hat. Im Kofferraum ihres Wagens hatten die drei Männer 158 Kilo Eierschwammerln transportiert - maximal sechs Kilo wären erlaubt gewesen. Immerhin: Die Bewohner sozialer Einrichtungen dürfen sich jetzt über feine Pilzgerichte freuen. Hoffentlich hat sich das Schwammerltrio pilztechnisch auch gut ausgekannt.

Pilzbegutachtungen in allen Marktamtsabteilungen, Mo-Fr 7.30-15 Uhr, auf größeren Märkten auch bis 19 Uhr und samstags, Infos: www.wien.gv.at/ma59


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