DOLM DER WOCHE

Bernhard Görg

Politik | aus FALTER 35/04 vom 25.08.2004

Ein Liberaler war Bernhard Görg nie. Aber gegen Ende seiner Karriere als Wiener ÖVP-Chef versuchte er doch einige Male, sich als fortschrittlicher Geist gegen den Mainstream seiner Partei zu profilieren. Vor allem in der Homo-Frage: Wie die Steirer wärmten unter seiner Führung auch die Wiener jeden Sommer das Thema auf. Görg präsentierte sich damals als vorderster Kämpfer gegen den Mindestalterparagrafen 209. "Homosexualität ist eine Form von Sexualität, die ein Recht hat, gelebt zu werden", flötete er. In der Debatte um eheähnliche Rechte für Schwule & Lesben ist er nun zu einem Hardliner schlimmster Sorte mutiert. Homosexuelle Partnerschaften tragen nichts zum Fortbestand der Gesellschaft bei, meint er: "Sie sind für diese wertlos. Also dürfen sie auch nichts kosten." Wer sich nicht reproduziert, ist - frei nach Görg - wertlos. Fehlt noch: Homos, macht Kinder statt Partys!


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