Völlig durchgedreht?

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 35/04 vom 25.08.2004

STRAFVOLLZUG Ein 37-jähriger HIV-infizierter Häftling stirbt in Stein nach einem "Tobsuchtsanfall". War es wirklich nur ein Herzinfarkt? 

Vergangenen Donnerstag brannte die Sonne wieder einmal gnadenlos auf die Zellentrakte von Krems-Stein. Gefürchtete Stunden sind das in einem Hochsicherheitsgefängnis. Es stinkt nach Schweiß, Aggressionen steigen. Nach dem "Spaziergang im Freien", der gesetzlich verordneten Bewegung für Häftlinge, wollte der nigerianische Drogendealer Mike A. (Name geändert) nicht mehr in seinen Haftraum zurück. Er nahm - so die Schilderung des Justizministeriums - ein Brotmesser zur Hand und attackierte "während eines Tobsuchtsanfalls" mehrere Beamte.

  Mitglieder einer speziell geschulten Sondereinheit versuchten den Mann zu bändigen. Sie verabreichten ihm eine Portion Pfefferspray. Als das nicht wirkte, sei Tränengas in die Zelle gepumpt worden. Auch das war angeblich ohne Wirkung. Der Mann wurde zu Boden gerungen. Eine Ärztin verabreichte ihm eine Beruhigungsspritze.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige