WIENZEUG

Politik | aus FALTER 35/04 vom 25.08.2004

Hilfe, Hilfe, Polizei! Wer in der Innenstadt nach der Polizei ruft, kann bestraft werden. Das geht aus einem kürzlich zugestellten Straferkenntnis der Bundespolizeidirektion Wien hervor. Es geht wieder einmal um den schrulligen Zettelpoeten Helmut Seethaler, der seit drei Jahrzehnten seine kleinen Gedichte in der Stadt verteilt. Weil die Behörden gegen Seethalers Straßenkunst nicht ankönnen (Strafen werden regelmäßig wegen Kunstfreiheit für rechtswidrig erklärt), fallen den Ordnungshütern immer wieder neue Spitzfindigkeiten ein, um den Dichter zu bestrafen. Diesmal wirft das Kommissariat Innere Stadt Seethaler in einem Straferkenntnis (Aktenzahl: 103.012/S/03) vor, "durch lautes Schreien der Worte: ,Hilfe, Hilfe, Polizei!' ungebührlicherweise störenden Lärm erregt zu haben". Der Künstler hatte nach der Polizei gerufen, als mehrere Beamte seine Gedichte beschlagnahmen wollten. Doch diese sorgt sich eher um die Skater: Seethaler wird nun bestraft, weil er die Bänder, an denen


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