"Ich bin ein Borderliner"

SEBASTIAN FASTHUBER | Kultur | aus FALTER 35/04 vom 25.08.2004

LITERATUR Alex Capus hat "13 wahre Geschichten" seiner Schweizer Heimat recherchiert und nacherzählt. Literatur? Journalismus? 

Alex Capus' Bücher erzählen in klarer Sprache Geschichten, die den Leser in ihren Bann zu ziehen vermögen. Sie verkaufen sich in der Regel sehr gut. Dem Feuilleton dagegen sind die Texte des Schweizers suspekt. Rezensenten hingegen legen seine Romane immer wieder in übel beleumundete Schubladen ab, wie "oberflächliche Behauptungsprosa" (Neue Zürcher Zeitung) oder "brauchbare Vorlage für ein Fernsehspiel" (Frankfurter Allgemeine Zeitung).

  Alex Capus kümmert die Ablehnung der professionellen Leserschaft dem eigenen Bekunden nach kaum. Und dass sich gewiss kunstvoller erzählen lässt, als er es tut, will der 43-Jährige im Falter-Gespräch auch nicht bestreiten. Ja, mehr noch: "Ich weiß nicht einmal, was gern gegen mich ins Feld geführte Begriffe wie Moderne und Postmoderne eigentlich bedeuten", meint er nicht ganz ohne Koketterie. Wer an Literatur

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