Exzess der Ruhe

MAYA McKECHNEAY | Kultur | aus FALTER 35/04 vom 25.08.2004

FILM Kim Ki-Duks filmische Meditation "Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling" beobachtet zwei buddhistische Mönche. 

Zwei hölzerne Torflügel bedecken die Leinwand - vor jedem der fünf Kapitel von Kim Ki-Duks Jahreszeitenzyklus "Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling" ("Bom, Yeoreum, Gaeul, Gyeowool, Geurigo, Bom") schwingen sie knarrend auf und geben den Blick auf das Geschehen frei. Doch zwischendurch, wenn die Kamera auf Distanz geht, wird erkennbar, dass das Tor einsam im Wasser eines Bergsees steht, keine Mauer, kein Zaun weit und breit. Und dennoch wird es von den Protagonisten, wenn sie es öffnen, schließen und durchschreiten, in seinen Eigenschaften als Tor definiert.

  Der 1960 in Südkorea geborene Regisseur Kim Ki-Duk, der vor seiner Karriere als filmischer Autodidakt (christliche) Theologie und später Malerei in Paris studierte, liebt die klaren Bilder. Immer wieder löst er in seiner Inszenierung Objekte aus ihrem Kontext, um sie auf ihre

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