AUFGEBLÄTTERT

Kultur | HELLMUT BUTTERWECK | aus FALTER 35/04 vom 25.08.2004

Zwei Bücher, aus denen es stinkt - nach erfundenen und nach echten Leichen. Kathy Reichs hat aus ihrem Metier als Gerichtsanthropologin einen Markenartikel gemacht. In "Mit Haut und Haar" vermasseln die Toten der Ich-Erzählerin gern die schönsten Rendezvous, indem sie zur Unzeit auf ihrem Seziertisch landen. Reichs reichert ihre Krimis mit viel Fachwissen an, doch ihr jüngster wirkt so atemlos hingeschnoddert, dass man ihn am nächsten Tag vergessen hat, was auch das Beste ist. Immerhin weiß man nun, dass die modernen Wilderer kein Gewissen haben, wenn sie mit den letzten Exemplaren aussterbender Arten handeln, und dass ein überzähliges X-Chromosom die Kriminalisten ganz schön in die Irre führen kann. Wer hätte das gedacht!

  Clea Koff gehörte den Teams an, die ruandische und bosnische Genozidopfer exhumierten, und schrieb sich nun in "Die Knochenfrau" das Trauma von der Seele. Sie hat unzählige Opfer identifiziert und die Todesumstände rekonstruiert. Sie erzählt, was es heißt,


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