STREIFENWEISE

Kultur | MAYA McKECHNEAY, MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 35/04 vom 25.08.2004

I'm not a girl, not yet a woman ...": Britney sang's vor und drehte mit "Crossroads" den zugehörigen Mädchentagtraum gleich hinterher. Das war vor zwei Jahren. Seither erzählen dutzendweise US-Girliefilme die Geschichte vom hässlichen Entlein, das zur Prinzessin wird, immer aufs Neue. Und manche heißen auch gleich so: "Plötzlich Prinzessin" oder "Cinderella Story". Andere, wie "New York Minute", featuren magersüchtige Teen-Barbies als Idole. However: "Girls Club - Vorsicht bissig!" ("Mean Girls") sollte man mit diesen nicht so ohne weiteres in einen Topf werfen. Denn obwohl auch hier vom Aufstieg einer Außenseiterin zur Highschool-Queen erzählt wird, hebt er sich doch vom Rest der Rotte ab: Das von "Saturday Night Live"-Star Tina Fey verfasste Skript ist gar nicht mal dumm, genrereflexiv und vor allem wirklich witzig. Hauptdarstellerin Lindsay Lohan ist brünett. Und es gäbe der Gründe mehr, "Mean Girls" in der OV auch über 13-Jährigen als guilty pleasure zu empfehlen.

  Da schrecken sich diese wenigstens nicht so wie im zweiten Teeniefilm der Woche, dem Mysterythriller "Butterfly Effect". Eine Zeitschleife - junger, neurotischer Mann mit multiplen Kindheitstraumata kehrt an neuralgische Punkte seiner Erinnerung zurück - wird darin vor allem zur Geduldprobe für das Publikum, vertraut doch das Autoren/Regieduo Bress & Gruber ("Final Destination 2") mehr auf Repetition und Bedeutungsklotzerei als auf die subtilen Implikationen, die das Genre so bereithielte. "Butterfly Effect" hat ein paar gelungene Ellipsen, einen rührenden, aber überforderten Hauptdarsteller (Ashton Kutcher) und eine geschmacklose Kinderschänder-Suspense-Szene vorzuweisen. Für guilty pleasures reicht das nicht, sorry.


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