Wie ein rohes Steak

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 35/04 vom 25.08.2004

MUSIK Für ihr neues Soloalbum "Medúlla" rang die isländische Exzentrikerin Björk vor allem dem eigenen Körper neue Klänge ab. 

Gerüchte, wonach Björk gerade an einem reinen A-cappella-Album arbeite, kursierten erstmals heuer im Frühjahr. Alle neuen Songs bestünden aus Sounds, die Björk ihrem Körper in einer abgeschiedenen Waldhütte abgerungen habe, so hieß es. Die Verwunderung hielt sich in Grenzen. Man kannte ja die Berichte von vergangenen Aufnahmen auf den Bahamas, als die Isländerin nachts singend und schreiend über den Strand lief, während ihre Produzenten Howie B. und Nellee Hooper mit den Mikrofonen im Gebüsch lagen.

  Tatsächlich ist "Medúlla", Björks fünftes reguläres Soloalbum, in verschiedenen Studios zwischen Reykjavik und New York entstanden; und obwohl die Platte vorrangig aus körpereigenen Klängen besteht, ist die Sängerin nicht exklusiv für diese Sounds verantwortlich. Zugetraut hätte man ihr einen derartigen künstlerischen Alleingang allemal.


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