Ghetto, Gosse, Gangster

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 35/04 vom 25.08.2004

STADTFORSCHUNG Schmutz ist geil: Zu diesem Befund kommt Rolf Lindner in seiner Geschichte der Stadtforschung. Und der Kunsthistoriker Roger Fayet feiert die Postmoderne als Kultur der Kompostierung. 

Mit dem Besen in der Hand versprach der später tatsächlich zum Gouverneur von Kalifornien gewählte Arnold Schwarzenegger aufzuräumen: "I will go to Sacramento and clean house." Der Aufruf zu Säuberungen gehört zum Standardrepertoire rechter Rhetorik: Ausländer, Junkies, Obdachlose verschmutzten die Umwelt anständiger Bürger. Die Stichworte für solche Verbindungen zwischen Müll und Menschen liefert paradoxerweise auch jene wissenschaftliche Disziplin, die sich der urbanen wild side mit offenen Augen und großem Herzen nähert: die Stadtforschung.

  Der in Berlin lehrende österreichische Ethnologe Rolf Lindner verweist in seiner kürzlich erschienenen "Geschichte der Stadtforschung" auf den problematischen Gebrauch des Begriffs "Ghetto" für städtische Wohngebiete von Afroamerikanern.


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