Der unanständige Staat

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 36/04 vom 01.09.2004

AFFÄREN Im Fall Grasser wundert sich die interessierte Öffentlichkeit, wie schnell politisch brisante Affären in Österreich entsorgt werden. Dabei hat das Tradition und funktioniert noch immer erstaunlich gut. 

Wollte dieser Minister nicht besonders "modern" regieren? Vergangene Woche war davon wenig zu merken. Da agierten Finanzminister Karl-Heinz Grasser und sein Team so wie alle Mächtigen, die in Bedrängnis geraten. Dementieren, drohen, in der Sache schweigen. Grasser will "Falschmeldungen" vor Gericht korrigieren lassen, sein Staatsekretär Alfred Finz (ÖVP) wehrt sich gegen "Journalistenlatein". Sektionschef Michael Svoboda weist Vorwürfe des vorauseilenden Gehorsams "mit Entschiedenheit" zurück. Und Dieter Quantschnigg - jener Spitzenbeamte, der in der Homepagecausa bei den prüfenden Finanzbeamten bei einer Dienstbesprechung interveniert haben soll - sagt, angesprochen auf das umstrittene Treffen: "Ich ziehe es vor, dazu zu schweigen."

  Den von News vergangene Woche veröffentlichten


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