Zum Vergessen

Politik | WOLFGANG LUEF | aus FALTER 36/04 vom 01.09.2004

NS-AUFARBEITUNG Der Wiener Historiker Wolfgang Mueller über Defizite in Österreichs Vergangenheitsbewältigung, die Wurzeln des Antiamerikanismus und über den Beginn des Kalten Krieges in Österreich. 

Was passierte in Auschwitz? Wer war Claus Graf Stauffenberg? Und wer Hermann Göring? Immer weniger Österreicher wissen die Antworten auf diese Fragen. Neun von zehn sagt der Name Adolf Hitler noch etwas, bei den anderen Themen muss jeder Dritte passen, besagt eine neue Studie des IMAS-Instituts. Sogar Journalisten tun sich schwer. Die "ZiB 2" beklagte, dass kaum einer mehr wisse, dass Göring der "Propagandaminister" der Nazis gewesen sei. Am Rande des Forum Alpbach sprach der Falter darüber mit Wolfgang Mueller von der Akademie der Wissenschaften. Der Wiener Historiker arbeitet zurzeit an einem Buch über die sowjetische Besatzungspolitik in Österreich.

Falter: Warum sagt immer weniger Österreichern Auschwitz etwas?

Wolfgang Mueller: Es hängt einerseits damit zusammen, dass die Anzahl


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