Abgesägte Gutachter

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 36/04 vom 01.09.2004

JUSTIZ Wiens Gerichtsmediziner protestieren gegen ein neues Gesetz. Sie befürchten Berufsverbot und politische Einflussnahme. 

Diese Woche erhält das Justizministerium einen Protestbrief von neun Wiener Gerichtsmedizinern. Sie wehren sich gegen "Eingriffe in die Unabhängigkeit des Gerichtes" und gegen den "Verlust gutachterlicher Unabhängigkeit". Der Brief verdient Aufmerksamkeit: Es geht um die grundsätzliche Frage, ob und wie sich der Staat in die Arbeit unabhängiger Sachverständiger einmischen darf.

  Bei der Klärung von Kriminalfällen müssen Richter oft Gerichtsmediziner beiziehen. Sie sollen darlegen, woran ein Mensch gestorben ist, oder wodurch er verletzt wurde. Ein sensibler Job. Die Gerichtsmediziner in der Sensengasse hatten sich dabei Lob (etwa bei der Überführung von Elfriede Blauensteiner oder in den Lainz-Fällen), aber auch Tadel eingehandelt. Besonders bei Amtshandlungen mit tödlichem Ausgang wird den Wienern oft vorgeworfen, zu schnell mit "Herzschwäche"


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige