FERNSEHEN

Medien | ANDREA MARIA DUSL | aus FALTER 36/04 vom 01.09.2004

Österreichs Fernsehsportreporter haben das dicke Buch der olympischen Legenden erschöpft und dankbar wieder zugeklappt. Getragen waren die Spiele im "Mutterland des Sports" vom pathetischen Tenor des Patriotismus. Dabei sein ist gut, besser aber ist gewinnen. Und gewinnen bei Olympia heißt Medaille. Gleich zwei solcher Medaillen erschwamm uns der "sympathische" Markus Rogan. Augenblicklich wurde er zum Held des Jahrhunderts ausgerufen. Kaum hatte allerdings die ebenso "bescheidene" Beuteaustralierin Katie Allen Gold errungen, war es aus mit der Markus-Rogan-Heiligenverehrung. Und als dann waschechte Österreicher Gold ersegelten, verblasste auch diese Heldentat. Waschechtes Gold ist eben waschechtes Gold! Und für den Fall, dass mal in einer Disziplin Medaillen außer Reichweite heimischer Sportler liegen - der Regelfall also -, gibt es für den waschechten Fernsehsportreporter immer noch Boxen. Tiefste, medaillenlose Zuneigung empfindet die österreichische Fernsehsportreportage seit Anbeginn ihres Wirkens eigentlich nur für das Boxen.


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