Kommentar

Flimm in Salzburg: große Koalition

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 36/04 vom 01.09.2004

Nach monatelangem Ringen wurde am Montag dieser Woche endlich beschlossen, wer die Nachfolge von Peter Ruzicka antreten wird: Jürgen Flimm übernimmt 2007 für fünf Jahre die Intendanz der Salzburger Festspiele. Die Wahl ist offensichtlich ein Kompromiss; weder Staatssekretär Franz Morak (ÖVP) noch Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) hatten ihre jeweiligen Favoriten durchsetzen können. Mit dem Dirigenten Franz Welser-Möst (Morak) und dem Burgtheaterdirektor Klaus Bachler (Burgstaller) standen einander zwei Intendantenmodelle gegenüber: Während Welser-Möst das Maestro-Prinzip der Ära Karajan verkörpert, steht Bachler für den zeitgemäßeren Typ des kunstsinnigen "Managers", der sich in Salzburg mit Gérard Mortier und dem amtierenden Intendanten Ruzicka mehr oder weniger bewährt hat.

Jürgen Flimm ist, so gesehen, der ideale Kompromisskandidat: Der Regisseur und Intendant geht sowohl als Künstler als auch als Manager durch. Der immer etwas zerknautscht wirkende Flimm ist


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