Diskurs-Disco-Türsteher

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 36/04 vom 01.09.2004

LITERATUR Der deutsche Autor, Musiker (FSK) und DJ Thomas Meinecke lässt sich von Pop- und Genderdiskursen zu formal eigenwilligen Romanen inspirieren. Das Ergebnis: "Musik" zum Lesen. 

Der Mann würde jeden Leiter von "Creative Writing"-Kursen zur Weißglut treiben. Nicht genug, dass er für Bücher wie "Tomboy" (1998), "Hellblau" (2001) oder seinen aktuellen Roman "Musik" auf all das verzichtet, was man gemeinhin als "spannend", "bewegend" oder "unterhaltsam" bezeichnet, er hat gleich überhaupt auf eine nacherzählbare Handlung verzichtet. Dennoch kann man sich in seinen Büchern genauso festlesen wie in einem erzählerisch aus dem Vollen schöpfenden Roman. Einzige Voraussetzung dafür: ein wenig Interesse an der alten Tante Popmusik, die sich seit Jahrzehnten wie ein roter Faden durch Leben und Arbeit des Bayern zieht.

  Thomas Meinecke ist abhängig von Musik. Folglich gestaltet er sein Leben seit der Pubertät so, dass er ständig mit ihr zusammen sein kann. Erst als faszinierter


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