Befleckte Empfängnis

Kultur | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 36/04 vom 01.09.2004

LITERATUR Der US-Bestellerautor David Guterson hat die Geschichte der heiligen Bernadette Soubirous in die USA von heute übertragen - und daraus einen klugen zeitdiagnostischen Roman gemacht. 

Womöglich war es diesmal seine wirklich letzte größere irdische Reise, die den Papst kürzlich nach Lourdes geführt hat. Als kranker Pilger begab er sich in jene Grotte, in der einer gewissen Bernadette Soubirous im Jahr 1858 mehrmals die "weiße Dame" erschien. Die Visionen des 14-jährigen Mädchens, das dabei gleich auch noch eine Wunder wirkende Quelle mitentdeckte, trafen sich damals insofern gut, weil vier Jahre zuvor Papst Pius IX. das Dogma von der unbefleckten Empfängnis Mariens ausgerufen hatte.

  Die Geschichte der kleinen Bernadette ist schon einmal zu großer Literatur geworden: Als Dank für die gelungene Flucht vor den Nazis löste Franz Werfel ein 1940 in Lourdes abgelegtes Gelübde ein und schrieb mit "Das Lied von Bernadette" sein letztes Meisterwerk: eine mitreißende mystische


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