KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 36/04 vom 01.09.2004

Jahrelang wurde in Salzburg über das spektakuläre Museum diskutiert, das Hans Hollein für das Innere des Mönchsbergs geplant hatte. 1998 wurde dann anstelle des hochtrabenden Hollein-Entwurfs ein schlichter Zweckbau des Münchner Architekturteams Friedrich Hoff Zwink prämiert. Das fast fertig gestellte Museum der Moderne am Mönchsberg thront nun als weiße Schachtel prominent über der Salzburger Innenstadt, wo sich einst Casino und Café Winkler befanden. Obwohl die offizielle Museumseröffnung erst am 23. Oktober stattfindet, lud Direktorin Agnes Husslein schon während der Festspielsaison zur "Preview". Licht- und Videokunst aus dem Besitz von Francesca von Habsburg weihte die neuen Hallen ein; ab Herbst sind Werke aus der Sammlung des Rupertinums zu sehen.

  Gestalterische Überraschungen darf man sich von dem 23,6 Millionen Euro teuren Ausstellungsgebäude nicht erwarten: Von außen lassen die Schlitze in der Fassade aus Untersberger Marmor an das Wiener Mumok denken; im Inneren herrscht mit Sichtbeton und eingelassenen Oberlichten der museumsarchitektonische Mainstream der letzten 15 Jahre vor. Drei breite Stiegenhäuser mit Glasüberdachung verbinden die vier Präsentationsebenen. Bis auf die niedrige Raumhöhe sind jedoch gute Voraussetzungen für Ausstellungen gegeben. Die Architektur erfüllt hier eine dienende, den Exponaten strikt untergeordnete Rolle. Anders im Museumsrestaurant, das ein tolles Stadtpanorama bietet: Dort durfte sich Designer Matteo Thun mit einer peinlichen Lichtinstallation namens "Lusterweibchen" aus 500 Hirschgeweihen selbst verwirklichen.


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