GESCHÜTZT

Die kahle Sofie

Stadtleben | aus FALTER 36/04 vom 01.09.2004

Kompromiss lautet das Zauberwort im Denkmalschutz - und ein solcher zeichnet sich nun auch am Kahlenberg ab, wo der Eigentümer gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt eine Lösung für das Restaurant von Architekt Erich Boltenstern gefunden hat: Wenn die öffentliche Hand finanzielle Unterstützung anbietet, ist der Eigentümer bereit, das sehr heruntergekommene Gebäude mit der schönen Aussicht zumindest teilweise stehen zu lassen (siehe Interview mit Barbara Neubauer).

  Weniger kompromissbereit zeigt sich da der Besitzer der Sofiensäle - beziehungsweise der Ruine, die seit dem Brand vor ziemlich genau drei Jahren davon übrig geblieben ist. Der will nämlich abreißen und an der Stelle ein Hotel errichten. Die Denkmalschützer verbieten den Abriss, zum Wiederaufbau kann man den Besitzer jedoch auch nicht zwingen.

  Vergangene Woche startete die Bürgerinitiative zur Rettung der Sofiensäle eine Spendenaktion. Mit dem Geld soll die Schutzabdeckung der Brandruine finanziert werden, deren Reste der Eigentümer gerade abbauen ließ. Der muss die Ruine nämlich nicht schützen, wenn es ihm "wirtschaftlich unzumutbar" ist. Sobald es aber Geldmittel für ein Notdach gibt, ist er jedoch dazu verpflichtet.


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