WIEDER AM MARKT

Isabella, bella

Stadtleben | aus FALTER 36/04 vom 01.09.2004

Die Geschichte der Isabella-Traube ist ein ständiges Auf und Ab: Verbreitet in der ganzen Welt, unempfindlich gegen fast alles, was "Edelreben" killt, kam Isabella - große Traube mit riesigen blauschwarzen Beeren - aus ihrer Heimat Südkalifornien 1850 erstmals nach Europa (samt Reblaus, gegen die sie immun ist). Dort wurde sie im Zuge der darauffolgenden Reblauskatastrophe gerne ausgepflanzt; in Österreich hauptsächlich im Südburgenland, wo der Uhudler draus gekeltert wurde, der wiederum von den Edelreben-fetischistischen Nazi-Weinbaufunktionären als minderwertig und schädlich verunglimpft wurde. Stimmt nicht, manchmal ist Uhudler sogar recht gut, jedenfalls hat er überlebt. Aus Isabella kann man auch noch passables Gelee machen, auch Chutney mit viel Pfeffer ist lustig.

Bei Kravitz, 4., Naschmarkt Stand 297-300.


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