VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 37/04 vom 08.09.2004

Auch vor 20 Jahren ging der Sommer zu Ende, und der Herbst schaute ins Heft herein. Auch damals hatten wir in letzter Minute noch gute Tipps für Wassersportinteressierte, aber mit unseren Serviceteilen handelten wir ja stets nach dem Motto: Besser spät als nie. Das Titelblatt jedenfalls hielt sich konstant an den 1984 eingeschlagenen Kurs. Es zeigte in grob gerasterter Form ein Bild, das sich irgendwo gefunden hatte. Die Möglichkeiten des Duplex-Drucks nützten wir munter. Es gab da ein Super-Reprostudio in der Burggasse, das sich auf die lithografische Herstellung solcher grafischer Zweifarb-Sperenzchen spezialisiert hatte, man brauchte dort bloß das alte Bild, gleich ob im Passbild- oder Posterformat, vorbeibringen. Den Rest erledigte der Spezialist.

  Die gefundenen Falter-Titelblätter wurden mal von diesem, mal von jenem grafischen Täter ausgewählt; mitunter waren sogar Fachleute am Werk wie Ecke Bonk, der Künstler-Typograf, Wille Güthlin, der gelernte Grafiker, Werner Korn und drei andere, die jetzt beleidigt sind, weil ich sie nicht erwähne. Prinzipiell aber konnte jeder Falter-Mitarbeiter mit gefundenem Material aufwarten, und es lässt sich nicht rekonstruieren, wer wann welches Bild beibrachte. Noch immer hingen wir dem Design an, das Bonk im Sommer 1983 entworfen hatte (das war für den frühen Falter eine außerordentliche Konstanz). Vor allem aber brachten wir mit unseren Bildern eine Verachtung von Zeitschriften-Aktualität zum Ausdruck, die sich gewaschen hatte. Zwar boten Kopf-, fallweise auch Fußzeile Anhalt für das inhaltliche Angebot, und auch die Unterzeile "Zeitschrift und Stadtprogramm" samt Datum fiel recht deutlich aus. Aber die Bilder eines Flugzeugträgers, eines Gewichthebers, eines antiken Tempels, zweier Ringer oder eine Ansicht der Stadt Genua sagten nur eines aus: "Für den Inhalt der hier beworbenen Zeitschrift können wir keine Haftung übernehmen." a. t.


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