SPIELPLAN

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 37/04 vom 08.09.2004

Zweimal Scheitern mit Schiller. Erstens: Stadttheatersound und Tarantino-Coolness, das geht nicht zusammen. Regisseur Ali M. Abdullah beginnt seine Schiller-Adaption "Kill Mary!!" (bis 12.9.) wie ein Konzert. Im WUK stehen drei Leute ziemlich relaxed vor einer Videoleinwand auf der Bühne, der Mann greift in die E-Gitarre, und eine der beiden Frauen singt sporadisch mit (Trackliste: Nancy Sinatras "Bang, Bang" - "Kill Bill" lässt grüssen - und immer wieder Chris Isaaks grandioses "Wicked Game", auch in der Kreischversion von Pipilotti Rist). Sobald die ersten Worte von Schiller erklingen, ist allerdings Schluss mit der Chill-out-Stimmung, die Darsteller schmeißen sich in eine Schiller-Rezitation, so bieder, als gelte es im Reinhardt-Seminar eine Aufnahmeprüfung zu bestehen. Kurz blitzt im Text etwas auf, dass man gern subtil verfolgt hätte: Die schottische Königin Mary, von ihrer englischen Kontrahentin Elisabeth kurzerhand ins Gefängnis geworfen, ist so etwas wie eine Gefangene


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