Königin der Bienen

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 37/04 vom 08.09.2004

THEATER Der Anfang vom Ende: Die letzte Spielzeit der Ära Emmy Werner am Volkstheater wurde mit Kleists "Penthesilea" eröffnet. 

Hätte nicht Heinrich von Kleist, sondern eine Redakteurin von Woman die Tragödie der Penthesilea geschrieben, würde sich die Geschichte ungefähr so lesen: Powerfrau Penthesilea verliebt sich am Arbeitsplatz (Schlachtfeld) in den smarten, gut gebauten Griechen Achilles, der auch nicht abgeneigt ist. Weil es Penthesilea aber nicht mit ihrem Selbstverständnis als emanzipierte Frau vereinbaren kann, zu ihrem Lover nach Griechenland zu ziehen, trennt sich das Traumpaar wieder. Mit einem Trick will Achilles die Beziehung wieder kitten, aber die verwirrte Penthesilea reißt den Geliebten in wahnsinniger Hassliebe in Stücke.

  "Penthesilea" ist im Prinzip also eine ganz einfache Geschichte. Und doch gehört das Trauerspiel zu den schwersten Brocken der gesamten Theaterliteratur. Das kannibalisch-blutige Ende - nicht nur ihre Hunde zerfleischen Achilles, auch


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