OHREN AUF! Tenor 'n' Tradition

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 37/04 vom 08.09.2004

You cannot not know history", erklärte der US-Architekt Philip Johnson schon Mitte des vorigen Jahrhunderts seinen Studenten. Mit anderen Worten: Die eigene Tradition nicht zu kennen gilt nicht. Man kann sich dieser Tradition aber auf unterschiedliche Weise nähern; etwa indem man sich als Zeichnungsbevollmächtigter einer als abgeschlossen erachteten und somit historisch gewordenen Tradition geriert (wie das Herr Marsalis tut); man kann aber auch versuchen, sein eigenes Terrain abzustecken. Als etwa Joe Maneri, der heute zarte 77 Lenze zählt, vor rund zehn Jahren seinen späten Durchbruch erlebte, wunderte sich die Fachwelt, woher der kauzige Tenorsaxofonist, der mit seinem weißen Rauschebart ein wenig an Robert Crumbs Mr. Natural erinnert, gekommen war. Dass es Coleman Hawkins gibt, kann man hören; die "fernen Anklänge an Elliott Carter" kann zumindest der Vefasser der üppigen Linernotes zu "Angels of Repose" (ECM/Lotus) hören, das Joe mit seinem Sohn Matt Maneri (Viola) und dem


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