"Niemand hört auf Rock"

Kultur | ROBERT ROTIFER | aus FALTER 37/04 vom 08.09.2004

LONDON SOUNDFILES Der American Music Club und die Sons & Daughters ergründen die alte Frage, ob der Rock 'n' Roll noch eine Rolle spielt - auf verschiedene Art und mit konträren Antworten. 

Ein bärtiger Amerikaner mit schütterem Haupthaar und Gitarre am Knie saß im Sommer 2001 auf der Bühne der Purcell Rooms an der Londoner South Bank und sang seine bitter selbstironischen Songs. Das Konzert war Teil des in jenem Jahr von Robert Wyatt kuratierten Meltdown-Festivals. Der Kurator selbst hatte seinen Rollstuhl auf einem freien Platz im Mittelgang des Auditoriums geparkt. Mark Eitzel, Sänger und Songwriter des von einer fanatischen Minderheit verehrten American Music Club, lieferte vor Wyatts Augen eine ebenso emotionelle wie fahrige Soloperformance. Aus Frustration über sich selbst warf er gegen Ende des Konzerts alle Mikrofonständer um und spielte unverstärkt weiter. Die Darbietung kippte zusehends in Richtung Selbstsabotage, bis schließlich - vom durch die Bühnenlichter geblendeten


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