Mann aus Tatarstan

Stadtleben | WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 37/04 vom 08.09.2004

STADTMENSCH Seit drei Jahrzehnten lobt und benörgelt David Staretz Autos. Daneben schreibt und fotografiert er Reportagen und betreibt sein ebenso wunderliches wie wunderbares Kontor. 

Wenn man David Staretz auf seinem lebenslangen Zickzackweg zufällig in Wien sieht, lernt man einen Mann kennen, der in etwa so ausschaut: Groß, schmal, wortkarg ist er, stachelig im Gesicht, verwirbeltes Haar am Kopf, die Hände tief im Hosensack vergraben. Oft hat er Jacken mit großen Taschen an, viele davon sind ausgebeult, man weiß nicht, was Staretz darin transportiert. Staretz hält bei seinen verschlungenen Wanderungen durch die Straßen den Kopf immer ein wenig geneigt, er schaut genau, auch in die Zwischenräume der Stadt; sein Gesicht ist meistens verschlossen, und er blickt ohne Not immer ein wenig grantig drein. Wenn Staretz dann in einem Spiegel zufällig den mürrischen Staretz entdeckt, bleibt er stehen. Kurzes Erschrecken, kleines, kritisches Selbstgespräch vor dem Spiegelbild: "Was


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