"Ich muss raufen"

Medien | GERALD JOHN | aus FALTER 38/04 vom 15.09.2004

ZEITUNGEN. Revolution bei der "Presse": Der neue Chefredakteur Michael Fleischhacker soll das konservative Bürgerblatt flotter machen. 

Der Chefredakteur verzog keine Miene. Stoisch ließ Andreas Unterberger die Dankesworte, ob ehrlich oder nicht, über sich ergehen. Kein bitterer Kommentar entfleuchte dem 55-Jährigen - eine beachtliche Selbstbeherrschung. Schließlich war Unterberger zu Gast bei seiner eigenen Demontage.

Weichen muss Unterberger seinem bisherigen Stellvertreter, dem 35-jährigen Michael Fleischhacker. "Jung und innovativ" soll dieser nun die Presse, gegründet im bürgerlichen Revolutionsjahr 1848, gestalten. Boss Horst Pirker, Vorstand des steirischen Styria-Verlags, wünscht sich viele neue Leser unter sechzig. Mit Konservativismus sei dieses Ziel nicht vereinbar.

Den verkörpert in der Presse vor allem ein Mann. Spätestens seit der schwarz-blauen Wende rückte Unterberger den "großen Horizont" weit nach rechts. Einmal unterstellte er Präsident Thomas Klestil Putschgelüste,


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