Kommentar

Musikschulen: Lernen von der Provinz

CARSTEN FASTNER | Kultur | aus FALTER 38/04 vom 15.09.2004

Sicher, ein paar von den rund 700 Kindern, die auch dieses Jahr wieder trotz bestandener Aufnahmeprüfung keinen Platz in einer städtischen Musikschule ergattert haben (siehe Artikel auf Seite 55), werden schon ganz froh darüber sein, unverhofft dem elterlichen Wunsch nach musischer Freizeitgestaltung zu entkommen. Für alle anderen - und diejenigen, die sich aus Frust über mehrere Ablehnungen erst gar nicht mehr bewerben - fängt die Gewöhnung an die Zustände auf dem Arbeitsmarkt und auf der Universität schon im Volksschulalter an. Wir lernen: Die Zahl der Ausbildungsplätze ist kleiner als die an der Ausbildung Interessierten.

Diese Erkenntnis mag man als ökonomische Binsenweisheit abtun, und es wird auch niemand ernsthaft behaupten, dass sich daran jemals Grundlegendes ändern wird. Dennoch bleibt festzuhalten: Ausbildungsplätze an den Wiener Musikschulen sind ein ganz besonders rares Gut. Die selbst ernannte "Welthauptstadt der Musik" ist in diesem Bereich seit Jahren unangefochtenes

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