DANCE-ROCK HISTORISCH

So spannend die erzielten Ergebnisse vielfach sind, das popmusikalische Rad haben Bands wie The Rapture, Radio 4 oder !!! nicht neu erfunden, wenn sie Gitarrenmusik mehr oder weniger intensiv gegen den Strich bürsten und so für den Klub aufbereiten. Ihr "Dance-Rock" knüpft an jene kurze Ära an, als neuartige Popbastarde vor einem Vierteljahrhundert unter dem Banner "New Wave" infolge der Punkrevolution fröhliche Urstände feierten. Die produktive Kollision fremder Welten fungiert als Bindeglied dieser später mit Begriffen wie "Punk Funk", "No Wave" oder "Post Punk" gefassten Produktionen; die Energie und Unverfrorenheit des Punk traf auf die rhythmischen Elemente schwarzer Musikstile wie Reggae und Funk.

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 38/04 vom 15.09.2004

Dabei hatte Punk von Beginn an mit der jamaikanischen Reggaekultur geflirtet. Der Sex-Pistols-Sänger Johnny Rotten war begeisterter Reggaefan und verarbeitete diese Leidenschaft auch mit seiner zweiten Band Public Image Ltd. ("Metal Box", 1979, "The Flowers of Romance", 1981). The Clash coverten Reggae-Songs, und The Slits bewegten sich in ihrer kurzen Karriere vom abenteuerlichen Dilettantenkrach früher Demos über den Dub-Punk ihres Debüts "Cut" (1979) bis zur Auseinandersetzung mit Afrorhythmen ("Return of the Giant Slits", 1981). Umgekehrt veranstaltete auch die Reggae-Ikone Bob Marley eine "Punky Reggae Party". Im gleichnamigen Stück begrüßte er Punk 1977 als eine dem Reggae verwandte Kraft zur gesellschaftlichen Veränderung. Den Funk brachten britische Bands wie A Certain Ratio (ihr gesamtes Frühwerk wurde kürzlich neu aufgelegt) und die Punk-Marxisten Gang Of Four ("Entertainment!", 1979) ins Spiel.

Auf der anderen Seite des großen Teichs wurde James Chance alias James White


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