Ganz der Führer

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 38/04 vom 15.09.2004

FILM. "Der Untergang" zeigt den Nationalsozialismus als größte One-Man-Show aller Zeiten mit den filmischen Mitteln von gestern.

Worum geht es hier? Um historische Ereignisse und einen Film, der gern auch selbst ein Ereignis wäre. Werden würde. Das Kinoereignis dieses Herbsts: ein deutscher Großfilm, eine deutsche Geschichte. "Berlin, April 1945. Ein Volk wartet auf seinen Untergang." Wichtig, wichtig - geht uns alle an.

"Der Untergang", geschrieben und produziert von Bernd Eichinger, schildert Adolf Hitlers letzte Tage im Führerbunker der Reichskanzlei. Will zeigen, wie's damals wirklich war, und zeigt doch nur vermieften Kintopp von gestern. Schon der Ansatz, die völlige Fixierung auf die Nazi-Elite, ist prekär, weil er viel mehr verdunkelt als erhellt. "Der Führer ist der Führer", heißt es im Film. Über diese Tautologie kommt er nie wirklich hinaus.

Nacheinander treten sie auf, Goebbels, Speer, Himmler, Keitel und Jodl und Eva Braun. Große Namen, Melodramen. Gesehen aus Sicht


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