Wo sind all die Träume hin?

Kultur | EDGAR SCHÜTZ | aus FALTER 38/04 vom 15.09.2004

LITERATUR. Mit dem Roman "Alte Freunde" zieht der Spanier Rafael Chirbes eine bittere Bilanz des post-franquistischen Spanien. 

Wäre Rafael Chirbes kein spanischer Schriftsteller, sondern ein in Deutschland engagierter italienischer Fußballtrainer, könnte er "Ich habe fertig" granteln. Mit seinem Roman "Alte Freunde" ist er nun am Ende jenes Wegs angekommen, den er vor Jahren mit "Der lange Marsch" und "Der Fall von Madrid" begonnen hat und in denen er gegen den allgemeinen Konsens des paktierten Vergessens ankämpfte, der Spanien während der Transición, also der Zeit des Übergangs vom Franquismus zur Demokratie nach 1975, prägte.

Sein Resümee ist bitter. Damals waren es nicht zuletzt die Sozialisten gewesen, die im Interesse der Modernisierung des Landes die Vergangenheit einfach abgehakt wissen wollten. Schließlich waren Felipe González und die Seinen auch darauf aus gewesen, es sich mit dem franquistischen Mittelstand nicht zu verscherzen, ohne den keine Wahlen zu gewinnen


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