Überdosis Protest

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 39/04 vom 22.09.2004

RECHTSEXTREMISMUS. Spinnen die Ossis? In Sachsen und Brandenburg triumphierten die Möchtegernnazis. Warum stimmten Erstwähler für die NPD? 

Jetzt beginnt, wie regelmäßig bei solchen Anlässen, wieder das große Staunen und Grübeln. In Sachsen und Brandenburg, den beiden wichtigsten ostdeutschen Bundesländern, wurden rechtsradikale Formationen in die Landtage gewählt. Reüssierte in Brandenburg die vergleichsweise gemütliche Deutsche Volksunion (DVU), so triumphierte in Sachsen die härteste der rechtsextremen Parteien, die NPD. Vor einem Jahr wäre sie beinahe verboten worden (hätte Otto Schilys Innenministerium das Verbotsverfahren nicht verpfuscht), weil sie gewaltbereit sowie verfassungsfeindlich ist und die NSDAP wieder errichten will. Am Sonntag wählten mehr als neun Prozent der Sachsen die NPD, also fast so viele, wie die SPD an Stimmen erhielt. Bei den Wählern unter dreißig machten fast zwanzig Prozent ihr Kreuz bei den Braunen, von den Erstwählern stimmte gar jeder


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