Arme Schweine

STEFAN APFL | Politik | aus FALTER 39/04 vom 22.09.2004

TIERRECHTE. Die meisten Tiere sind arme Schweine. Um sich ein weiteres Mal davon zu überzeugen, trafen sich Interessierte zum zweiten internationalen Tierrechtskongress.

Sobald die letzten Hunde Platz gemacht haben, wird der Saal verdunkelt. Die Zuhörerschaft starrt gebannt in Richtung Rednerpult. Auf dem hängt die Zeichnung eines riesigen Schweineschädels. Nach der offiziellen Begrüßung die wichtigsten Mitteilungen: "Hunde dürfen herinnen frei rumlaufen! Beim Veganerbuffet gibt's auch Sojamilch, und morgen um 17 Uhr machen wir eine Demonstration und schaun, dass wir pünktlich zum Abendessen wieder zurück sind!" Erleichtertes Auflachen im Publikum. Das besteht größtenteils aus alten 68ern, hundenärrischen Damen und politisch verdrossenen Studenten, die bei der einen oder anderen radikalen Tierrechtsbewegung ein anderweitiges Betätigungsfeld gefunden haben.

Vergangene Woche fand in Hietzing der zweite internationale Tierrechtskongress statt. Vier Tage lang versicherten die Besucher

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