Kommentar

Udo 77: der einzige Spaß in der Stadt

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 39/04 vom 22.09.2004

Aus der ersten Premierenserie der noch jungen Wiener Theatersaison ist ein überraschender Sieger hervorgegangen: Ausgerechnet der theaterfernen Gruppe monochrom, die bisher auf dem weiten Feld zwischen Diskurskunst und Spaßkultur agierte, ist mit dem Proksch-Musical "Udo 77" im Rabenhof die frischeste, witzigste und auf ihre Art auch ergreifendste Theaterproduktion der Stadt gelungen (Bericht siehe Seite 60).

Dass es mit einem Nullbudget (das Geld reichte nicht einmal dafür, alle Akteure mit Funkmikrofonen auszustatten) und in nicht einmal einem halben Jahr überhaupt möglich war, ein funktionsfähiges Musical auf die Bühne zu stellen, ist zunächst eine hübsche Fußnote zur derzeit diskutierten Frage, ob der Umbau des Ronachers zu einer Musicalbühne nun 34 oder doch eher 47 Millionen Euro kosten werde. Vor allem aber ist "Udo 77" eine Ohrfeige ins Gesicht der etablierten Wiener Theaterszene. Eine intelligente Laientruppe erinnert all die Bühnenprofis daran, worum es in diesem Metier


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