Kunst kommt von Kohle

MATTHIAS DUSINI | Kultur | aus FALTER 39/04 vom 22.09.2004

KUNST. Quotenhits wie die Rubens-Schau in der Albertina oder die MoMa-Show in Berlin verschlingen riesige Budgets. Wer sich die werbewirksame Klotzen-statt-Kleckern-Strategie nicht leisten kann, riskiert, ignoriert zu werden. Wie teuer müssen Ausstellungen sein, damit sie Erfolg haben?

Sie verlässt seit Jahrzehnten zum ersten Mal ihr Haus in Manhattan. Auf ihrer Europareise macht sie nur in Berlin Station. Sie wohnt in einem Pavillon des deutschen Stararchitekten Mies van der Rohe, der wie sie selbst erst nach der Übersiedelung nach Amerika zum Weltstar wurde. Nicht von Marlene Dietrich ist hier die Rede, sondern von der Sammlung des Museum of Modern Art (MoMA), die in einer Best-of-Auswahl bis zum letzten Sonntag in der Neuen Nationalgalerie Berlin zu sehen war. Mit über einer Million Besuchern in sieben Monaten wird sie in das Buch der Besucherrekorde eingehen. Und sie bringt Museumsmanager in Verlegenheit: Wird der Erfolg von Ausstellungen nur mehr an der Quote gemessen? Und: Wird

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