KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 39/04 vom 22.09.2004

Die spezifische Qualität von Malerei lässt sich besonders schön dann erleben, wenn man ein Bild bereits Dutzende Male reproduziert gesehen hat und diesem schließlich in Öl begegnet. Beim Selbstporträt im grünen Bugatti von Tamara de Lempicka - ein Evergreen in Postergeschäften - überrascht nicht nur die Plastizität der Farben und Formen, sondern auch das kleine Format. Die polnischstämmige Künstlerin schuf das Bild 1929 in Paris als Cover für das deutsche Frauenmagazin Die Dame; in Wirklichkeit fuhr die ihre Familie erhaltende Emigrantin nur einen gelben Renault. Porträts bilden einen Großteil der jetzt im BA-CA Kunstforum (bis 2.1.) gezeigten Werke. Sie machen de Lempickas Rang als Gesellschaftsmalerin deutlich. Etliche der neokubistischen Bilder erinnern durch ihre Lichtführung an Hollywood; als Hintergrund dienen meist verschachtelte Hochhäuser à la Metropolis. Die überdimensionierten Körper vieler Figuren rücken de Lempickas Kunst jedoch weg von modernen Strömungen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige