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The Good, the Bad and the Holy

Kultur | aus FALTER 39/04 vom 22.09.2004

Während es im Kino deutlich mehr Verbrecher gibt als im wirklichen Leben, verhält es sich bei der Untergruppe der kriminellen Gottesmänner umgekehrt: Die sind in der Filmgeschichte deutlich unterrepräsentiert. Einige Ausnahmen bestätigen die Regel.

Night of the Hunter ("Die Nacht des Jägers", USA 1955, R: Charles Laughton) "Love" steht auf der rechten, "Hate" auf der linken Hand tätowiert: Als betrügerischer Prediger von eigenen Gnaden betätigt sich Robert Mitchum zunächst als Heiratsschwindler, dann als Mörder und schließlich als Kinderverzahrer.

Die Toten Augen von London (BRD 1961, R: Alfred Vohrer) Auch kein Guter: In der Rolle des angeblich blinden Reverend Paul Dearborn entführt Dieter Borsche die arme Karin Baal und versucht, sie zu ertränken.

Die Liebesbriefe der Portugiesischen Nonne (E 1977, R: Jesús Franco) Böser Priester erwischt Mädchen beim Knutschen und überzeugt deren Mutter, sie zur Buße ins Kloster zu geben. Doch dort wartet der Teufel persönlich zum Beischlaf. Wenig bekannte Arbeit von Sexploitation-Papst Franco (alias Wolfgang Frank), Schöpfer von Genreklassikern wie "Vampyros Lesbos".

El Crimen del Padre Amaro ("Die Versuchung des Padre Amaro", MEX 2002, R: Carlos Carrera) Gael García Bernal, Hauptdarsteller von Almodóvars "Mala Educación", ist hier als kesser Novize im Einsatz, der in einem Provinznest eine 16-Jährige schwängert. Die Abtreibung misslingt, das Mädchen verblutet, während im Hintergrund golden die Sonne aufgeht: zynischer Kommentar auf ein zuvor im Gebet erflehtes Wunder.


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